Einen Rundgang
durch die Altstadt von Rovinj kann
man am Marktplatz Valdibora beginnen. Dort findet man ein
unüberschaubares Angebot von einheimischem Obst und Gemüse,
selbstgemachten Obstlikören, Rakija und Grappa, geschmackvollen
und
geschmacklosen Souvenirs, Kleidung, Spielzeug, Kunsthandwerk und
natürlich das unvermeidliche Lavendelöl, das wohl gegen
Kinderlosigkeit, unerwünschte Schwangerschaften, Nackenschmerzen,
Hühneraugen, Mückenstiche und alle anderen Gebrechen dieser
Welt hilft.
Hat man sich
vom Angebot des Marktes losgerissen, kann man einen Rundgang durch die
engen Gassen und Gäßchen der Altstadt beginnen. Auch wer auf
dem Markt noch nichts gegessen hat, braucht sich um die kulinarischen
Genüsse nicht zu sorgen: Selbst in den entlegensten Winkeln der
Altstadt findet man allerorten kleine Konobas, Grillbars, Pizzerias,
Cafes und stilvolle Weinstuben. Es wird jeder Geschmack und jeder
Geldbeutel bedient. Neben einer großen Auswahl an
Meeresfrüchten aller Art- von Fisch über Calamari bis zu
Muscheln und Krebsen- gibt es eine sehr stark italienisch geprägte
Küche. Sehr gut und preiswert sind die vielen kleinen Grillstuben,
in denen man Cevapcici, Grillwürstchen und Steaks bekommt und dazu
fast immer das brennend scharfe rote Ajvar.
Mitunter
rücken die engen Gassen in der Altstadt bedrohlich dicht zusammen.
Auch tagsüber fällt in manche der Gassen kaum ein
Sonnenstrahl, was angesichts der sommerlichen Hitze nicht unbedingt von
Nachteil sein muß. Die Fassaden der Häuser sehen zwar
mitunter schon recht bröckelig aus- wenn man aber mal einen Blick
hinter eine der Haustüren erhascht, ist man erstaunt, wie modern
viele der Häuser doch hinter dem bröckelnden Mauerwerk sind.
Wenn man sich
im Labyrinth der engen Altstadt-Gassen etwas gefangen und eingeengt
fühlt, so kommt man immer wieder an Stellen, wo sich
plötzlich ein Spalt in der Häuserfront auftut und man einen
kurzen Blick auf das Meer werfen kann. Geht man die Treppen des
Durchganges hinunter, so sieht man, dass die Häuserwände bis
unmittelbar ans Wasser reichen. Manchmal fragte ich mich, wie es denn
bei größerem Sturm und Wellengang so zugeht: Knallen dann
die Wellenberge bis ans Wohnzimmerfenster?
Noch
schöner ist der Meeresblick, wenn man ein Stück die Gassen
der Altstadt hinaufgeht. Dort kann man dann zwischen den verwitterten
weißen Fassaden der Häuser weit hinausblicken.
Sehr schön
anzusehen sind die vielen wunderbar bewachsenen Fassaden der
Häuser. Diese findet man aber eher im oberen Teil der Altstadt, da
dort auch das Licht hingelangt. In den relativ dunklen Gassen der
unteren Altstadt gedeihen die Blumen nicht so üppig.
Wenn man durch
die Gassen streift, sollte man ruhig einmal auf einige kleine Details
achten. So war aus der Ferne nicht so recht zu erkennen, was sich da in
dem kleinen runden Fassadenausschnitt unterhalb des Glockenturmes
dieser kleinen Kirche verbirgt.
Beim
Näherkommen und genauen Hinschauen entpuppt sich das
merkwürdige Gebilde als zwei abbe Arme mit Händen dran.
Ziemlich gruselig- fragen Sie mich nicht nach der Bedeutung dieses
unheimlichen Symbols.
Nicht
verleugnen kann Rovinj seine venezianische Geschichte. So sind- wie
fast überall in Istrien- nahezu alle Straßen und Plätze
zweisprachig beschriftet: sowohl auf kroatisch als auch auf
italienisch. Überall findet man aber auch den venezianischen
Löwen, so wie hier an einer Hausfassade (rechts) oder auch an der
Fassade des Rathauses von Rovinj (links).

Auch zahlreiche
Madonnenbilder findet man, meist in den schmalen Durchgängen
zwischen den Gassen.

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