Da Dublin
nur 2 Stunden von Gorey
(einer Stadt, 5 Kilometer landeinwärts von Courtown) mit dem
Vorortzug DART entfernt liegt, darf eine Fahrt dorthin nicht
fehlen.
Zweimal fahren wir unmittelbar an den endlosen Stränden der
Irischen See entlang in die Hauptstadt der Republik Irland (man muss da
immer vorsichtig sein: Irland ist ja einerseits eine Insel,
andererseits einer der beiden Staaten auf dieser Insel, nämlich
der Republik Irland sowie Nordirland). Die preiswerten Tageskarten
für den DART gibt es nur im Internet oder im Vorverkauf und am
Automaten; bezahlen im Zug wird nicht akzeptiert. Im Faltblatt wird
darauf hingewiesen, dass die Automaten der Irischen Eisenbahn immer
funktionieren. Punkt. Was tatsächlich stimmt.
Das erste, was uns in Dublin auffällt, ist der irrsinnige Verkehr und die herrschende Anarchie: Rote Ampeln gelten allenfalls als unverbindliche Empfehlung, und uns wundert, dass die Fußgängerüberwege nicht von getrockneten Blutlachen unglücklicher Fußgänger bedeckt sind...

Die breite O'Connell Street ist
fast ein Freiland-Geschichtsmuseum: Während in der Mitte "The
Spire" mit 120 Metern in die Höhe ragt, ist die Straße
gesäumt von historischen Bauten und Denkmalen. Wir treffen am
Parnell Square auf den "Garden of Remembrance" zur Erinnerung an die
irischen Freiheitskämpfer...
... und gehen am General Post
Office vorbei, wo die Kämpfer des Osteraufstandes
1916 nach
jahrhundertelanger britischer Unterdrückung die Irische Republik
proklamierten und danach zusammengeschossen wurden.
Und als wir unter den Denkmalen für Jim Larkin und Charles Stewart Parnell stehen und von weitem die traurigen Weisen eines einsamen Dudelsackspielers herüberwehen, schießt uns fast das Wasser in die Augen.




Vorbei an berittenen
Polizistinnen und seltsamen Straßenkünstlern gelangen wir
zur Halfpenny Bridge, Dublins berühmtester Brücke über
den River Liffey. Früher musste man einen halben Penny
Brückenzoll zahlen, heute dürfen wir ohne passieren.
Jenseits des Liffey kommen wir in
den Temple
Bar District, Dublins Szeneviertel. Dort essen wir mittags
erst mal ein Full Irish Breakfast (was die Iren zum Frühstück
schon vertragen: Würstchen, Blutwurst, Grützwurst, gebratenen
Speck und andere schwere Sachen - gruselig! Wie kann ein Magen so was
morgens schon verarbeiten?!). Bei unserem zweiten Besuch in Dublin gibt
es bei Beshoff in der O'Connell Street dann Fish and Chips und einen
Pott Tee; frischer fritierter Dorsch, der sehr lecker schmeckt.
Neben
unzähligen Pubs und Geschäften ist hier ein Zentrum der
Musik- und Kunstszene Dublins, Irlands und ganz Europas. Wir bewundern
die E-Gitarre an der Rory Gallagher Corner, ...

... werfen verstohlene Blicke in
Tonstudios, die gerade umgeräumt werden, und stehen
schließlich ergriffen vor der "Wall of Fame" mit den Großen
der irischen Rock-, Pop- und Folkszene: U2, Sinead O'Connor, The
Cranberries, Boomtown Rats, Rory Gallagher und wie sie alle
heißen. Überall auf der Straße sitzen Jugendliche und
klimpern auf der Gitarre, um später auch mal an der Wand verewigt
zu werden.
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