Auf dem Weg
durch das Vale of Avoca passieren wir "The Meeting of the Waters", wo
sich die Flüsse Avonmore und Avonbeg River zum Avoca River
vereinigen - eine Art "Deutsches Eck" in Irland. Avoca ist
übrigens der Ort, aus dem die in ganz Irland feilgebotenen
Handarbeiten stammen.
Die von "Heritage
Ireland"
verwalteten Stätten des Kulturerbes in Irland können von
jedermann ohne Eintritt besucht werden; in meinen Augen ein wichtiger
Beitrag für Kultur und Bildung eines Volkes. So ist auch der
Besuch von Glendalough eigentlich kostenlos. Wir zahlen
lediglich einen
kleinen freiwilligen Obolus und können dafür an einer
Führung durch die vom Heiligen Kevin im 6. Jahrhundert
gegründete Siedlung teilnehmen. Durch das in Irland einzigartige
Tor betreten wir die Klostersiedlung, die in ihrer Blütezeit bis
zu 3000 Einwohner hatte.
Zunächst
bestaunen wir den 30 Meter hohen Rundturm, dessen Eingang 3,50
Meter über der Erde liegt und der u. a. als Glockenturm, als Lager
und
als Zufluchtsort bei Angriffen genutzt wurde.
Unsere
Führerin berichtet auch, dass die Archäologen
angesichts
vereinzelt aufgefundener Relikte und Knochen schon nervös mit
Hacke und
Spaten scharren, um in Glendalough graben zu dürfen, allein: sie
dürfen
noch nicht. Da der Friedhof noch bis vor kurzem als solcher genutzt
wurde, müssen sie 50 Jahre bis nach der letzten Beisetzung warten,
bevor sie mit ihren Grabungen beginnen dürfen.

Wir besichtigen
die Kathedrale, das größte Gebäude Glendaloughs. Als
Freiwillig-Eintritt-Zahler dürfen wir uns auch St. Kevin's Church
- auch "The Kitchen" genannt - von innen ansehen.

Auf einem
schönen Wanderweg, vorbei an Wasserkaskaden, die vom Felsen
fallen, gehen wir in Richtung Lower und Upper Lake, dem Unteren und
Oberen See. Dort finden wir die Reefert Church aus dem Jahre 1100. Noch
ein Stück weiter erreichen wir schließlich St. Kevin's Cell,
von deren Überresten man eine herrliche Aussicht auf den Upper
Lake hat. Hier soll der Heilige und keusche Kevin eine allzu
liebestolle und zudringliche Magd unwirsch in den See gestoßen
haben. Ein Zeichen dafür, dass die keltischen Mönche ihre
Gelübde offenbar sehr ernst genommen haben.
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