Zunächst mal finden wir ja
gar nicht hinein: Als wir von der Pier Road einen Weg unter schattigen
Bäumen in den vermeintlichen Park nehmen, stehen wir
plötzlich auf dem Hof eines mondänen Landhauses, vor dem eine
stämmige Frau in Gummistiefeln und Gummihandschuhen Wäsche
aufhängt. Als sie uns erspäht, stürzt sie auf uns zu,
und angesichts ihrer imposanten Erscheinung stammeln wir ängstlich
etwas von "Verlaufen" und "Suchen den Park". Ihre Miene hellt sich auf,
in einem kaum verständlichen Gemisch aus Englisch und Irisch
erklärt sie uns, wir müßten weiter unten am Ufer
entlang gehen und weist uns mit großen Gesten ihrer
gummibehandschuhten Hände den Weg, während ihr knappes
schwarzes T-Shirt immer wieder bedrohlich hochrutscht und einen
eindrucksvollen weißen Bauch freigibt. Wir dürfen den
kleinen Pfad über die herrschaftliche Wiese nehmen und kommen
schließlich unterhalb des Park Hotels auf den rechten Pfad.

Der vor 200 Jahren vom Marquis of
Lansdowne angelegte Park liegt auf einer Halbinsel im Kenmare River.
Mittags ist wie immer Ebbe, so daß man statt über Wasser
meist nur über Schlick zu "Our Ladies Bridge", einem Wahrzeichen
von Kenmare, hinüberschaut.

Der Park entstand einst auf einer
Sandbank und hat einen prachtvollen
alten Baumbestand. Auf der Landseite sind vor allem die Bäume aus
aller Herren Länder und exotische Pflanzen von teilweise enormer
Größe besonders interessant.
Das Beeindruckendste ist aber der
Rhododendron-Tunnel: Die jahrzehntealten Pflanzen wurden im Laufe der
Zeit zu einem Tunnel geformt. Wenn sich das Blätterdach über
einem schließt, ist es darin selbst an einem hellen Sommertag
finster wie im - Sie wissen
schon. Auf dem Foto ist dies nur deshalb
nicht recht erkennbar, weil die Kameraautomatik alles wieder
hellgeregelt hat...
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