Als wir uns auf den Weg machen, den Ring of
Beara zu erkunden, ahnen wir noch nichts von der Schönheit der
Beara Peninsula. Wir werden deshalb später noch mehrmals Teile der
Halbinsel erkunden, und die Orte, die hier beschrieben sind, haben wir
auch nicht alle an einem Tag besucht.

Nachdem wir in Kenmare gleich
hinter "Our Lady's Bridge" rechts abbiegen, fahren wir immer am Kenmare
River die Küste entlang. Vorbei an Tuosist und Lauragh - wo wir
Derreen Garden besuchen, aber davon
mehr bei den Gärten - kommen
wir an den ersten Punkt, wo sich uns ein schöner Anblick bietet.
Es ist gerade Ebbe, wie immer gegen Mittag. Hinter dem Kenmare River
können wir die Iveragh Peninsula erkennen.
Die
Straße schlängelt sich immer weiter an der Küste
entlang, wird immer wieder zum schmalen Pfad, und bei jedem neuen
prächtigen Anblick halten wir an und genießen die Aussicht
und die Stille.

Kurz vor Eyeries bestaunen wir
den höchsten Standing Stone Europas, den "Ballycrovane Ogham
Stone". Zwar können sich die Fachleute nicht einigen, wie hoch
er
genau ist (je nachdem, wo man nachliest, schwankt die Höhe
zwischen 5,30 und 6 Meter), aber die Frau, auf deren Grundstück er
steht, kann vom Wegezoll ganz gut leben. An den Kanten des Steines
können wir die Kerben der Ogham-Schrift
erkennen.
In Eyeries mit seinen bunten
Häusern machen wir Rast, essen ein vorzügliches Sheperd's Pie
mit Blick auf's Meer und wundern uns später, was die Iren als
"Strand" bezeichnen - einen schlichten Zugang zum Meer, über
Viehkoppeln und mit grauem Geröll am Wasser. Von dem, was wir
unter "Strand" verstehen, ist nichts zu sehen.
Bei der Weiterfahrt haben wir
dann endlich einen Blick auf den weiten Atlantik.

Wir nähern uns der
Westspitze der Beara Peninsula. Als wir das bunte Allihies mit den
vielen alten Kupferminen in der Umgebung passiert haben und von einem
Berg zurück auf den Ort schauen, entdecken wir von oben den ersten
ernstzunehmenden Strand auf der Halbinsel.
Als es einige Tage später für irische Verhältnisse
unfaßbar heiß wird - es sind 27 Grad, seit 10 Tagen kein
Regen (!), das Fernsehen warnt ständig vor der schrecklichen Hitze
und registriert die ersten Hitze-Opfer - entschließen wir uns,
dort baden zu gehen. Wir haben einige Mühe, den Strand
wiederzufinden, aber dann erreichen wir ihn doch. Das Wasser ist
schockierend kalt, aber trotz der nur 14 Grad wagen wir uns einmal
für 5 Minuten hinein. Den Rest des Tages verbringen wir dann am
Strand, genießen die Aussicht und die Sonne und holen uns einen
Sonnenbrand, der uns tagelang nicht mehr schlafen läßt.

Schließlich erreichen wir
die Westspitze der Beara Peninsula, wo wir auf Dursey Island
hinüberschauen können. Vor uns liegt der offene Atlantik, und
es ist schon allein beeindruckend, die Dünung zu beobachten:
Träge hebt und senkt sich der Wasserspiegel an den Klippen um
über 2 Meter, und ab und zu schaukeln sich die Wellen zu
gewaltigen Brechern auf.
Von einem stillen Platz aus können wir
auch die Seilbahn zur Insel, die "Dursey Cable Car", beobachten. Das
Gefährt sieht wenig vertrauenerwackend aus, wenn sich die
klapprige Holzkabine an dem stark durchhängenden Seil auf die
Insel hinüberquält. Wir verzichten aufgrund unseres
Selbsterhaltungstriebes auf eine Fahrt.



Von der Westspitze der Beara Peninsula aus
fahren wir auf der Südseite der Halbinsel wieder in Richtung
Festland. Sind es auf der Nordseite eher Pfade als Straßen, so
kommt man auf der Schnellstraße im Süden flott voran;
allerdings ist der Ausblick nicht so beeindruckend wie im Norden.
Über die weiteren interessanten Stationen am Ring lesen Sie auf
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