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Der Landkreis Uckermark
Wichtiger
Hinweis: Dies ist keine offizielle Seite des Landkreises Uckermark!
Ein Landkreis, größer als Malta oder das
Saarland, dafür aber sehr dünn besiedelt.
Erdölverarbeitung, Tabak und Bodendenkmäler sind nur einige
der Besonderheiten des Landkreises Uckermark.
Die Region Uckermark gab auch dem Landkreis Uckermark ihren Namen. Der
Landkreis Uckermark entstand am 6.Dezember 1993 aus den ehemaligen
Landkreisen Angermünde, Prenzlau und Templin sowie der vorher
kreisfreien Stadt Schwedt/Oder. Der Landkreis Uckermark ist mit einer
Fläche von 3058 qkm der größte Landkreis Deutschlands
und läßt mit dieser Fläche sogar das Saarland,
Luxemburg, Liechtenstein, Malta oder San Marino hinter sich. Verteilt
auf dieses Gebiet leben etwa 143.000 Menschen (als ich vor 1996
begann, an dieser Seite zu arbeiten, waren es noch fast 160.000). Der
Landkreis Uckermark ist damit mit nur etwa 47 Einwohnern/ qkm auch
eines der am dünnsten besiedelten Gebiete Deutschlands. (Ich habe
kürzlich irgendwo gelesen, dass dies nach Maßstäben der
UNO wohl gar als "entvölkertes Gebiet" angesehen wird.)
Der Landkreis Uckermark liegt im Nordosten Deutschlands. Er grenzt im
Osten an die Republik Polen, im Süden an den Landkreis Barnim, im
Westen an den Landkreis Oberhavel und Mecklenburg-Strelitz
(Mecklenburg-Vorpommern) und im Norden an den Landkreis Uecker-Randow
(ebenfalls M-V).
Daß die Uckermärker treue Brandenburger sind, haben sie
mehrfach bewiesen: Als nach der "Wende" 1990 in der DDR die Länder
neugebildet werden sollten, wurde der frühere Bezirk
Neubrandenburg für das Land Mecklenburg-Vorpommern vorgesehen. Die
Bürger in den Kreisen Prenzlau und Templin erinnerten sich aber an
die brandenburgischen Traditionen und entschieden sich dafür, nach
Brandenburg statt nach M-V zu gehören- was dann auch im
Ländereinführungsgesetz so beschlossen wurde. Bis 1992
kämpften dann eine Reihe früherer brandenburgischer Gemeinden
in den heutigen Ämtern Lübbenow und Brüssow darum, von
M-V nach Brandenburg wechseln zu können. Durch einen Staatsvertrag
wurde dies für etwa 15 Gemeinden im Sommer 1992 Realität, und
Brandenburg gewann ca. 5000 neue Landeskinder hinzu, die fortan unter
dem stolzen brandenburgischen Adler statt unter dem mecklenburgischen
Ochsen bzw. dem pommerschen Greif lebten ;-).
Der Landkreis Uckermark hatte im Sommer 1997 noch 163 Städte und
Gemeinden. Bis auf die Städte Schwedt/Oder (seinerzeit ca. 47.000
Ew.), Prenzlau (ca. 20.000 Ew.), Templin (ca. 14.000 Ew.) und
Angermünde (ca. 11.000 Ew.) handelte es sich dabei fast nur um
Klein- und Kleinstgemeinden, die meist zwischen 100 und 2.000
Einwohnern hatten. Durch eine vom Innenministerium angeordnete
Gemeindereform wurde die Mindesteinwohnerzahl durch
Gemeindezusammenschlüsse danach auf mindestens 500 angehoben. Eine
Reihe von Gemeinden hatte sich seit dem Sommer 1997 freiwillig
zusammengeschlossen. Danach war dann Schluß mit lustig: Per
Gesetz
wurden die Gemeinden, die nicht freiwillig fusionieren wollten,
zusammengeschlossen. Die Gemeindegebietsreform wurde im Jahr 2003
abgeschlossen. Seitdem gibt es in der Uckermark nur noch 34 Städte
und Gemeinden. Davon sind 8 Städte und Gemeinden amtsfrei, das
heißt, sie haben eine eigene Verwaltung. Daneben gibt es 5
Ämter, die insgesamt 26 amtsangehörige Gemeinden verwalten.
Obwohl der Landkreis Uckermark in Deutschland relativ unbekannt ist,
hat er einige Superlative anzubieten:
- Wie schon oben dargestellt, ist er der mit Abstand
flächenmäßig größte Landkreis Deutschlands.
- Der Landkreis Uckermark ist der denkmal- und bodendenkmalreichste
Kreis Deutschlands- ein Umstand, der vor allem Bauherren nicht nur
Freude bereitet. Man muß hier immer darauf gefaßt sein,
beim Ausheben einer Baugrube auf eine alte Bohlenstraße, alte
Fundamente oder eine slawische Siedlung zu stoßen.
- Daß 60% eines Landkreises einem Schutzstatus (Natur- und
Landschaftsschutz) unterliegen, dürfte in Deutschland fast
einmalig sein.
- Schwedt/Oder hat den größten Papierproduzenten
Deutschlands.
- Um Vierraden liegt Deutschlands zweitgrößtes
Tabakanbaugebiet.
Über zwei Dinge ist man hier allerdings nicht so froh: Der
Landkreis Uckermark gehört zu den 3 Kreisen in Deutschland mit dem
niedrigsten Pro-Kopf-Einkommen. Und mit über 25% offizieller
Arbeitslosigkeit dürfte der Kreis ebenfalls einen traurigen
Spitzenplatz einnehmen. Absolute Priorität in der Kommunalpolitik
haben deshalb alle Projekte, die Arbeitsplätze schaffen. Die hohe
Arbeitslosigkeit, die daraus resultierende Abwanderung vor allem junger
Menschen und ein dramatischer Geburtenrückgang in den letzten
Jahren, haben zu einem deutlichen Rückgang der Einwohnerzahl des
Landkreises Uckermark in den letzten Jahren geführt. Betroffen
davon ist vor allem die Stadt Schwedt/Oder und der ländliche Raum.
Der Landkreis Uckermark liegt im äußersten Nordosten
Deutschlands- einer Randlage, die nicht unproblematisch für die
Entwicklung des Kreises ist. Man versucht aber, aus dieser Randlage das
Beste zu machen- der Landkreis liegt an der Grenze zu Polen, auf halbem
Weg zwischen Berlin und Sczcecin (Stettin), und im zusammenwachsenden
Europa könnte diese Lage einmal von Vorteil sein. Der Landkreis
Uckermark ist deswegen auch Mitglied der Euro-Region "Pomerania",
in
der polnische und deutsche und schwedische Kommunen zusammenarbeiten.
Es sollen dadurch vorrangig grenzüberschreitende Projekte
entwickelt werden, die die Infrastruktur positiv beeinflussen.
Kleiner Service für Heraldiker:
Das Wappen des Landkreises Uckermark
Der Landkreis
Uckermark, der am 6.12.1993 entstand, führt seit 1996 ein eigenes
Wappen. Es wurde von dem Lehrer und jetzigen Boitzenburger
"Klostermüller" Hans Benthin entworfen. Es soll folgendes
darstellen: Der gelbe Hintergrund stilisiert mit der Farbe reifen
Getreides die fruchtbare Landschaft der Uckermark. Die 3 darauf
gesetzten blauen Wellenlinien mit silbernen Zwischenräumen stellen
die 3 Flüsse Oder, Welse und Ucker dar. Das stilisierte rote
Bauwerk erinnert an die zahlreichen Werke der norddeutschen
Backsteingotik im Kreis; die Mauer mit den Zinnen symbolisiert die
Wehrhaftigkeit der Städte. Auf der Mauer sind 2 Schilde
angebracht: eines mit dem brandenburgischen Adler, eines mit dem
pommerschen Greif, da einige Gebiete des Landkreises einmal zu Pommern
gehörten.
Weitere Informationen über den Landkreis Uckermark
finden Sie
unter www.uckermark.de.
(An dieser Seite durfte ich übrigens
beruflich bedingt mitbasteln.)