"... Ein blühendes und volles Ansehen, ein gut gestalteter, gesunder und dauerhafter Körper von mittelmäßiger Größe zeichnen den großen Haufen der hiesigen Einwohner aus, die ihre Gesundheit durch unordentliches Leben nicht geschwächt haben... Man wird also überhaupt finden, wenn man einige genauere Blicke auf den allgemeinen psychologischen Charakter der hiesigen Einwohner wirft, das eine gemäßigte Tätigkeit, die leicht ins Langsame, aber selten in das Gefühllose ausartet, das Individuelle ihres Charakters ausmacht. Zu weitläufigen Belehrungen und großen Eigenschaften des Geistes zeigt sich bei ihnen zwar wenig Anlage; aber hingegen haben sie ein gesundes Urteil, sind friedsam, mitleidig gegen Arme und Notdürftige, und kennen keine Verstellung. Äußerst selten siehet man ihren Zorn in wütende Leidenschaften ausarten; aber sehr leicht nimmt ihre Unbiegsamkeit die Härte des Eigensinns und der Hartnäckigkeit an. Meistens lieben sie starke Getränke und feste Speisen; haben starke Leibeskräfte und Muskeln, und gute und starke Verdauungskräfte; sind zu mühsamen und anhaltenden Arbeiten geschickt, und haben,- einzelne, wenige, leichtsinnige, lüderliche Menschen, die man hier, sowie in jedem Orte der Welt, antrifft, ausgenommen- keinen Hang zur Weichlichkeit und üppigen Verschwendung." (Quelle: Heimatkalender Prenzlau 2003)Von ihrem Charakter ähneln die Ur-Uckermärker wohl am ehesten den Norddeutschen. Sie tragen das Herz nicht auf der Zunge, sind eher wortkarg und Fremden gegenüber zunächst zurückhaltend. Wenn es etwas zu tun gibt, machen sie nicht viel Gewese, sondern packen es ruhig und ausdauernd an. Da sie sehr erdverbunden sind und mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen, sind sie neumodischem Zeugs gegenüber erst mal etwas mißtrauisch. Von Schwätzern halten sie nicht viel; soll der andere erst mal zeigen, daß er ein echter Kerl ist. Am wohlsten fühlt sich der Uckermärker auf seinem flachen Land, wo der Blick weit bis zum Horizont schweifen kann. Er ist naturverbunden und in großen, lauten, schrillen Städten ist ihm etwas unwohl. Mit Tieren und Pflanzen fühlt er sich verbunden, was aus der oft bäuerlichen Herkunft herrührt.
So wurde einer
der großen deutschen
Landschaftsmaler des 18.Jahrhunderts, Jakob
Philipp Hackert (1737-1807)
in Prenzlau geboren, der ein enger Freund Goethes war. Leider hat er
nie seine uckermärkische Heimat gemalt, sondern vor allem die
italienische Landschaft. Einige seiner Bilder kann man im Prenzlauer
Dominikanerkloster
besichtigen.
Ein
weiterer Künstler, der viele Jahre in der
Uckermark lebte, war Ehm Welk
(1884-1966). Die Erlebnisse in seinem
langjährigen Wohnort Biesenbrow (bei Angermünde) verarbeitete
er in den beiden Büchern, die ihn weithin berühmt machten:
"Die Heiden von Kummerow" und "Die Gerechten von Kummerow"- beide kann
man getrost als Kultbücher bezeichnen. Ihm zu Ehren vergibt der
Landkreis Uckermark jährlich den "Ehm- Welk- Literaturpreis" an
einen Autor des Landes Brandenburg. Außerdem vergibt der Ehm-
Welk- Gedächtnisverein ein "Ehm- Welk- Stipendium" an
Schüler, die sich durch ihr Verhalten und durch gute Leistungen
Anerkennung erworben haben. (Biographie und mehr über Ehm Welk bei
ehmwelk.de)
Noch ein
Künstler hat viele Jahre in
Prenzlau gelebt und hier seine künstlerische Karriere begonnen:
Der Schauspieler Armin Mueller-Stahl,
der den Ostdeutschen vor allem
als Höfel in "Nackt unter Wölfen" sowie als MfS-Kundschafter
Werner Bredebusch alias Achim Detjen in "Das unsichtbare Visier" in
Erinnerung sein dürfte. Inzwischen stand er auch erfolgreich in
Hollywood vor der Kamera.
Neben bekannten Künstlern stammt auch einer der
größten deutschen Sportler aus der Uckermark: Max Schmeling,
1930-1932 Schwergewichtsweltmeister im Profiboxen, wurde 1905 in
Groß Luckow geboren (naja, das liegt zwar nicht mehr ganz im
heutigen Landkreis Uckermark, aber nur wenige Schritte hinter der
Kreisgrenze).
Vor allem in
Templin wird Friederike Krüger
verehrt. Sie wurde 1789 in Friedland geboren. Im Jahr 1813 verkleidete
sie sich als Mann, um am Befreiungskampf gegen Napoleon teilzunehmen.
Sie wurde als August Lübeck in das Pommersche Infanterie-Regiment
Colberg aufgenommen und später zum Unteroffizier befördert.
1813 wurde sie in der Schlacht bei Dennewitz verwundet. Für Ihre
Verdienste im Kampf gegen die Franzosen wurde sie mit dem Eisernen
Kreuz ausgezeichnet. Sie starb am 31.5.1848 und wurde auf dem Templiner
St.- Georgen - Friedhof beigesetzt. In Templin ist eine
Straße nach ihr benannt.
In Schwedt wurde im Jahre 1748 der Architekt David
Gilly geboren, übrigens ein Nachfahre der Hugenotten, die
in der
Uckermark sehr zahlreich vertreten waren. Er war ein bedeutender
Hafen,- Brücken- und Kirchenbaumeister und ein bedeutender
Vertreter des Frühklassizismus. Bereits mit 22 Jahren wurde er
Landbaumeister und war wenige Jahre später als Baudirektor
für die Provinz Pommern tätig. Charakteristisch für
seine Bauten waren die Verbindung von ästhetischer Schönheit
mit sparsamer Bauweise- ein Baustil, den später Karl Friedrich
Schinkel besonders ausprägte ("Baun ´se billig, Schinkel!").
Schinkel war übrigens ein Schüler von Gillys Sohn Friedrich
Gilly. David Gilly wurde 1788 Geheimer Oberbaurat in Berlin,
unterrichtete an der Bauakademie und schrieb wichtige Werke zur
Architektur (u.a. "Handbuch der Land-Bau-Kunst"). Wichtige Bauten
Gillys waren das Schloß in Steinhöfel, das
Sommerschloß in Freienwalde, der königliche Landsitz in
Paretz und das Wohn- und Verlagshaus Vieweg in Braunschweig.
David Gilly starb 1808 in Berlin.
Aus Stolpe stammt Leopold
von Buch, ein bedeutender
Geologe und Naturforscher. Er wurde dort 1774 geboren. Von Buch war
Mitgründer der Deutschen Geologischen Gesellschaft. Er prägte
eine ganze geologische Forschungsepoche und war wohl der bedeutendste
deutsche Geologe seiner Zeit. Seine wichtigsten Forschungen
beschäftigten sich mit der Entstehung und der Geologie der Alpen.
Er untermauerte die These, daß Gebirge durch Vulkanismus
entstanden sind. Von Buch entwickelte außerdem die erste
geologische Karte Deutschlands. Er starb 1853 in Berlin.
Eine der wichtigsten Erfindungen in der Geschichte
der Menschheit stammt von dem Lychener Uhrmachermeister Johann Kirsten.
Er schenkte der Welt- die Reißzwecke, hier auch Pinne genannt.
1902 erfand er die kleine, unscheinbare und doch inzwischen
unentbehrliche Pinne. Reich geworden ist er damit allerdings nicht. Das
große Geschäft machte mit der Reißzwecke der Lychener
Kaufmann Lindstedt, der sich das spitze Ding am 8.Januar 1904
patentieren ließ und mit der Produktion zum Millionär wurde.
Zur Erinnerung an den Erfinder Kirsten wurde im Sommer 2003 in Lychen
ein Denkmal mit einer 50 cm langen und 50 cm im Durchmesser
aufbietenden Reißzwecke errichtet. Zum Glück steht sie auf
einem 2 Meter hohen Sockel- wenn man sich die eintreten würde....
Und im Seehotel gibt's einen Salat "Pinne". Übrigens: Kirstens
Geburts- und Sterbedatum sind unbekannt und ein Bild war von ihm auch
nicht zu finden.
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Letzte Änderung: 28.1.2005 |
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