Unsere
Wanderung beginnt an einem heißen, windigen Junitag am
Bahnhof in Prenzlau. Hier, am ehemaligen Kreisbahnhof, fuhren einst die
Züge der Prenzlauer Kreisbahn nach Fürstenwerder ab. Hier
begannen auch die Kreisbahn-Strecken nach Strasburg, Klockow und
Löcknitz.
Nach zwei
Kilometern an der Strecke nach Stralsund entlang gelangen wir
schließlich zum Abzweig, von dem das
Gleis nach Templin, Strasburg und Fürstenwerder führt(e).
Nur wenige
Hundert Meter weiter trennt sich die Trasse: Links geht es weiter nach
Templin, rechts nach Strasburg und Fürstenwerder.
Ein weitgehend
überflüssiges Hinweisschild warnt die Lokführer,
daß es hier nicht weitergeht.
Kurz darauf erreichen wir das erste ernste
Hindernis: Die Brücke über die Ucker. Die Bretter in
der
Mitte sind wackelig und wenig vertrauenerweckend. Drei Meter, also tief
unter uns, tosen die wilden Stromschnellen und Strudel der Ucker.
Weiter geht es
auf dem schönsten Abschnitt der Strecke: Auf dem erhöhten
Bahndamm durch die Uckerniederung, mit weitem Blick über die im
heftigen Wind wogenden Felder. Nur hin und
wieder sieht man im tiefen
Gras einen Kilometerstein als Hinweis darauf, daß hier einst
Züge verkehrten.
Doch dann ist
abrupt Schluß: In Ellingen versperrt uns undurchdringliches
Gestrüpp den Weg. Wir müssen
einen Umweg durch das Dorf gehen
und erreichen den ehemaligen ersten Bahnhof auf der Strecke in
Ellingen.
Dahinter geht
es in einem Taleinschnitt weiter in
Richtung Dedelow. Schon von weitem
grüßen uns die hohen
Silotürme der Dedelower Milchviehanlage (Nachtrag März 2006:
Die Silos stehen nicht mehr; sie sind einfach weg!).
In Dedelow
erwartet uns dann ein historischer Punkt: Genau an dieser Weiche
zweigte früher die Strecke nach Fürstenwerder von der Strecke
nach Strasburg ab.
Doch der
ehemalige stolze Dedelower Bahnhof - einst Knotenpunkt zwischen der
Strasburger und der Fürstenwerderaner Strecke - ist nur noch ein
Schatten seiner selbst. Hühner picken auf den Schienen,
Komposthaufen rotten vor sich hin und Gartenbau und Kleintierzucht
beherrschen die Szenerie.
Zwischen den
Gleisen haben Kleingärtner akkurate Blumenreihen gepflanzt, und an
den einstigen Bahnhof erinnnern nur noch Straßenbezeichnungen.
Auch an den
alten Dedelower Bahndamm erinnert nur
noch der vertraute Straßenname.

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Letzte Änderung: 19.3.2006 |
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